Die größten Kopfschmerzirrtümer
Was stimmt wirklich?
Obwohl fast jeder schon einmal Kopfschmerzen hatte, halten sich einige Kopfschmerz-Irrtümer beharrlich. Was stimmt wirklich?
„Stell dich nicht so an“ …
… bekommen einige Betroffene oft zu hören. Kopfschmerzen gelten als gern genommene Ausrede, um den unliebsamen Besuch von Bekannten abzusagen oder einfach mal „blau zu machen“. Aber: Kopfschmerzen sind mehr als eine Lappalie, ganz im Gegenteil. Wird die Behandlung zu lange hinausgezögert, verschlimmern sich die Schmerzen und sind dann schwerer zu bekämpfen. Darüber hinaus gilt es zu bedenken, dass speziell Migränegeplagte durchaus für längere Zeit Ruhe im abgedunkelten Zimmer suchen. Der zeitweilige soziale Rückzug ist dann aufgrund der oft starken Schmerzen mehr als verständlich.
„Am Wetter kann’s nicht liegen“ …
Oftmals sind plötzliche Wetterumschwünge eine gern genommene Erklärung für Kopfschmerzen. In der Tat ist ein plötzlicher Wetterwechsel der zweitwichtigste Faktor (hinter Stress), den die Wissenschaft mit Kopfschmerzen in engen Zusammenhang bringt. Temperaturunterschiede innerhalb einer kurzen Zeit sind keine Seltenheit – der Körper muss sich auf die neuen Gegebenheiten wie Temperatur-, Luftdruck- und Feuchtigkeitswechsel einstellen. Folge: ein erhöhtes Kopfschmerzrisiko.
„Das geht schon von alleine wieder weg“ …
… mögen manche denken, wenn sie von unangenehmem Hämmern und Pochen betroffen sind. Diese Annahme ist grundsätzlich richtig. Vor allem bei leichten Kopfschmerzen kann das der Fall sein, aber insbesondere dann, wenn man des Öfteren unter Kopfschmerzen leidet, die Beschwerden lange anhalten oder sogar stärker werden, ist eine Behandlung empfehlenswert. Inbesondere bei schweren oder zweifelhaften Fällen kann ein Besuch beim Arzt helfen.
„Ich brauche jetzt meine Ruhe“ …
Sicherlich ist Ruhe zumindest bei Patienten mit Migräne oft eine zusätzliche Hilfe bei der Bekämpfung der Schmerzen. Bei Spannungskopfschmerz hingegen, kann das „Beine hochlegen“ aber auch den gegenteiligen Effekt haben. Durch Spazierengehen an der frischen Luft, eine kleine Radtour oder auch Joggen können Verspannungen und somit lästige Schmerzen gelöst werden. Für Migränepatienten gilt: Bei einer akuten Attacke verschlimmert Sport meistens die Beschwerden.
„Ab heute ist Käse tabu“ …
Viele Migränepatienten haben kurz vor dem nächsten Migräneanfall Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel wie Käse, Rotwein oder auch Schokolade. Deswegen werden diese Lebensmittel oft als Auslöser der Migräneattacke gesehen. Viele Patienten streichen deswegen oft voreilig Speisen von ihrem Speiseplan, ohne den Zusammenhang zwischen Lebensmittel und Kopfschmerzattacke genau beobachtet zu haben. Wichtig ist hier, ein Kopfschmerztagebuch zu führen, in dem alle relevanten Informationen (Was habe ich wann gegessen? Wann und wie lange hatte ich die Migräneattacke? Welche Medikamente habe ich eingenommen?) notiert werden. Diese Dokumentation hilft bei der Beobachtung der Symptome und ist auch für den Arzt eine gute Hilfestellung, um den Verlauf der Migräne abschätzen zu können.
